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Grüner Star

Grüner Star

Grüner Star ist die zweithäufigste Ursache für Erblindungen in Deutschland und geht meist einher mit einer Zunahme des Augeninnendrucks. Studien weisen darauf hin, dass eine Aktivierung von ECS-Rezeptoren zu einer Verringerung dieses Drucks führen kann.
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Tourette

Tourette

Das Tourette-Syndrom wird durch Symptome wie motorische und vokale Ticks charakterisiert. Hierfür kann unter anderem eine Fehlregulation des ECS verantwortlich sein.
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Opiat-
abhängigkeit

Opiatabhängigkeit

Opiate werden oft als Schmerzmittel verschrieben, wobei der Patient das Risiko trägt in eine Abhängigkeit zu geraten und durch Opiatmissbrauch schwere Nebenwirkungen zu erleiden.
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Epilepsie

Epilepsie

Epilepsie wird gekennzeichnet durch episodische, unfreiwillige Bewegungen oder Veränderungen der Sinneswahrnehmung, hervorgerufen durch fehlerhafte Erregungsbildung. Das ECS kann Erregungsweiterleitungen, sowie schädigende Immunzellen bremsen.
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Anorexie

Anorexie

Eine Anorexie-bedingte Auszehrung des Körpers wird Kachexie genannt. Das ECS kann durch Aktivierung von CB1 Rezeptoren im Hypothalamus unter anderem Appetitstimulation hervorrufen.
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Psychische
Störungen

Psychische Störungen

Psychische Störungen sind in unserer akutellen Gesellschaft immer prävalenter. Durch die Anwesenheit verschiedener Endocannabinoidrezeptoren in unterschiedlichen Hirnbereichen wird auch hier ein regulatorischer Einfluss ausgeübt.
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Schmerz

Schmerz

Schmerz kann durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden. Häufig kommt es in der Onkologie oder der Palliativmedizin vor, dass Schmerz chronisch auftritt.
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Spastizitäten

Spastizitäten

Unkontrollierte Muskelanspannungen („Spastiken“) werden durch verschiedene Schädigungen des Rückenmarks oder des Gehirns ausgelöst.
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ADHS

ADHS

Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHD) ist eine, vor allem bei Kindern vorkommende, psychiatrischen Verhaltensstörung.
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Anorexie

Übelkeit und Erbrechen sind eine Art Notfallsystem des menschlichen Körpers um unerwünschte Stoffe effektiv aus dem Körper zu entfernen. Da der menschliche Körper unterschiedlich auf Therapien und Medikamente reagiert,  können bei schwerwiegenden Erkrankungen und deren Therapien Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkung auftreten, wie etwa bei zytostatischen Chemotherapien1 (CINV). Im Falle von CINV ist der Wissenschaft mit der Entdeckung von synthtischen Antiemetika zwar ein Durchbruch gelungen, doch diese wirken auf das serotonerge System und sind wenig effektiv in der Behandlung von akuter Übelkeit und unwirksam bei verzögerter sowie antizipatorischer CINV. Bei unzureichender Behandlung entwickelt sich schnell ein Anorexie-Kachexie-Syndrom (Anorexie = Minderung des Appetits und Interesses an Nahrungsaufnahme, Kachexie = Auszehrung des Körpers), ein häufig auftretendes Symptom bei Palliativpatienten. Vor allem bei fortgeschrittenem Krebs, schweren Infektionskrankheiten oder anderen schweren Erkrankungen im fortgeschrittenem Stadium (zB. Alzheimer’s) tritt Anorexie/Kachexie auf.

Die regulatorischen Einflüsse des Endocannabinoidsystems sind in Fällen von Anorexia/Kachexia medizinisch hochinteressant. Motivierendes Verhalten durch den Neurotransmitter Dopamin, Nahrungsaufnahme und Kontrolle der Energiebilanz sind hierbei die deutlichsten Schnittstellen. Eine appetitstimulierende Wirkung von Endocannabinoiden wird, zumindest teilweise, der Aktivierung von CB1-Rezeptoren im Hypothalamus und im mesocorticolimbischen Dopaminsystem zugeschrieben²³.

[1] Parker, L. A., Rock, E. M., & Limebeer, C. L. (2011). Regulation of nausea and vomiting by cannabinoids. British journal of pharmacology, 163(7), 1411-1422.
[2] Scherma, M., Satta, V., Fratta, W., & Fadda, P. (2015). The endocannabinoid system: Anorexia nervosa and binge eating disorder. In Cannabinoids in neurologic and mental disease (pp. 389-413). Academic Press.
[3] Matias, I. (2007). Di Marzo V. Endocannabinoids and the control of energy balance. Trends Endocrinol Metab, 18, 27-37.

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Epilepsie

Epilepsie ist die meist vorkommende, schwere neurologische Erkrankung weltweit mit ungefähr 50 Millionen betroffenen Menschen1. Der Begriff „Epilepsie“ beschreibt allerdings kein einzelnes Krankheitsbild, sondern eine Sammelbezeichnung von Funktionsstörungen im Gehirn. Diese Störungen entstehen durch eine fehlerhafte Erregungsbildung im zentralen Nervensystem (ZNS) welche meist durch eine zusätzlich fehlende Erregungsbegrenzung verstärkt werden1. So entstehen kurze Episoden unfreiwilliger Bewegung oder veränderter Sinneswahrnehmung. Diese können nur einen Teil (fokal) oder den gesamten Körper betreffen (generalisiert).  

Konkret wird eine Epilepsie diagnostiziert sobald eine der folgenden Bedingungen zutrifft²: 

  • Zwei oder mehr nicht provozierte Anfälle innerhalb von 24 Std. 
  • Ein nicht provozierter Anfall + mind. 60% Wahrscheinlichkeit auf einen weiteren Anfall innerhalb der nächsten 10 Jahre 
  • Diagnose eines Epilepsie Syndroms 

Epilepsie wurde bereits mehrfach mit einer Dysfunktion des Endocannabinoidsystems und speziell mit Neuroinflammation in Verbindung gebracht3,4. Einer der Hauptmediatoren von Neuroinflammation sind sogenannte Mikroglia. Diese Immunzellen des ZNS reagieren auf unterschiedlichste (chemische) Warnsignale, was bei einer unkontrollierten Aktivierung schädigend auf die neuronalen Netzwerke wirken kann.  

Expression von sowohl CB1-Rezeptoren als auch dem Enzym, welches für die Synthese eines der beiden prominentesten Endocannabinoide, 2-AG, verantwortlich ist (diacylglycerol lipase-α) haben ein niedrigeres Vorkommen im Hippocampus von epileptischen Patienten5. Zusätzlich wurden niedrigere Werte des Endocannabinoids Anandamid (AEA) im Liquor cerebrospinalis von Epileptikern gefunden6

[1] WHO. Epilepsy. Available online: https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/epilepsy (accessed on 16 May 2019).
[2]  Robert S. Fisher et al.: A practical clinical definition of epilepsy Epilepsia, 55(4):475–482, 2014 doi: 10.1111/epi.12550
[3] Vezzani, A.; Balosso, S.; Ravizza, T. Neuroinflammatory pathways as treatment targets and biomarkers in epilepsy. Nat. Rev. Neurol. 2019, 15, 459–472.
[4] Rojas, A.; Chen, D.; Ganesh, T.; Varvel, N.H.; Dingledine, R. The COX-2/prostanoid signaling cascades in seizure disorders. Expert Opin. Ther. Targets 2019, 23, 1–13
(5) Ludányi, A.; Er˝oss, L.; Czirják, S.; Vajda, J.; Halász, P.; Watanabe, M.; Palkovits, M.; Maglóczky, Z.; Freund, T.F.; Katona, I. Downregulation of the CB1 Cannabinoid Receptor and Related Molecular Elements of the Endocannabinoid System in Epileptic Human Hippocampus. J. Neurosci. 2008, 28, 2976–2990.

(6) Romigi, A.; Bari, M.; Placidi, F.; Marciani, M.G.; Malaponti, M.; Torelli, F.; Izzi, F.; Prosperetti, C.; Zannino, S.; Corte, F.; et al. Cerebrospinal fluid levels of the endocannabinoid anandamide are reduced in patients with untreated newly diagnosed temporal lobe epilepsy. Epilepsia 2010, 51, 768–772

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Spastizitäten

Spastiken (auch: Spastizitäten) sind unkontrollierte Muskelanspannungen (auch: Muskeltonus), welche durch Schädigungen des Rückenmarks oder des Gehirns ausgelöst werden. Führt diese Rückenmarkschädigung zu einer vollständigen Lähmung beider Beine wird von Paraplegie gesprochen.1,2 

Rund 50% aller Multiple Sklerose (MS)-Patienten sind von regelmäßigen Spastizitäten betroffen4. Diese Autoimmunkrankheit wird dadurch charakterisiert, dass die elektrisch isolierenden Myelinscheiden der Nervenfasern im zentralen Nervensystem durch das eigene Immunsystem angegriffen werden. Die genaue Pathophysiologie dieser Spastiken ist noch immer recht unbekannt, doch es wird davon ausgegangen, dass vor allem ein Verlust inhibitorischer Schaltkreise im Rückenmark eine große Rolle spielt³. 

Da das Endocannabinoidsystem einen modulatorischen Effekt auf inflammatorische und neurodegenerative Prozesse hat, liegt auch ein möglicher modulatorischer Effekt bei Spastiken nahe.  

Unterschiedliche Mausstudien verabreichten Endocannabinoid-Rezeptor Agonisten , was insgesamt zu antispastischen Wirkungen geführt hat, mit Ausnahme von CB1-defizienten Mäusen4. Dies lässt auf eine antispastische Wirkung von Endocannabinoiden schließen, welche über den CB1 Rezeptor wirken. Andere Studien vermuten einen neuroprotektiven Effekt durch Aktivierung beider CB-Rezeptoren. Genauer: die Aktivierung von CB1 führt zu Inhibierung von Exzitotoxizität und aktivierte CB2 Rezeptoren üben einen modulatorischen Effekt auf Neuroinflammation aus 5,6,7

[1] Paraplegie, DocCheck Flexikon (abgerufen am 14.09.20)
[2] Spastik, DocCheck Flexikon (abgerufen 14.09.20)
[3] Pryce G, Baker D (2007) Control of spasticity in a multiple sclerosis model is mediated by CB1, not CB2, cannabinoid receptors. Br J Pharmacol 150
(4): 519–525 [4] Barnes M, Kent R, Semlyen J, McMullen K (2003) Spasticity in multiple sclerosis. Neurorehabil Neural Repair 17 (1): 66–70
[5] Sanchez A, Garcia-Merino A (2012) Neuroprotective agents: cannabinoids. Clin Immunol 142 (1): 57–67 [6] Kubajewska I, Constantinescu CS (2010) Cannabinoids and experimental models of multiple sclerosis. Immunobiology 215 (8): 647–657
[7] Gowran A, Noonan J, Campbell VA (2011) The multiplicity of action of cannabinoids: implications for treating neurodegeneration. CNS Neurosci Ther 17 (6): 637–644

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Opiatabhängigkeit

Weltweit beläuft sich die Zahl derer, die Opiate missbrauchen auf ca. 26-36 Millionen. Opiatmissbrauch und -abhängigkeit entsteht nicht nur durch den illegalen Erwerb, sondern vor allem durch deren Verschreibung als Schmerzmittel. Dies birgt große Risiken, da das genutzte opioiderge System schwere Nebenwirkungen im Atmungssystem mit sich ziehen kann.  Durch eine ähnliche Verteilung der entsprechenden Rezeptoren wurde bewiesen, dass synergistische Effekte zwischen den Rezeptoren des Endocannabinoidsystems und dem opioidergen System entstehen können. Vor allem durch Fallstudien wurde bereits gezeigt, dass dieser synergistische Effekt genutzt werden kann um die Verschreibungsmenge von Opiaten zu verringern.  


[1] Wiese, B., & Wilson-Poe, A. R. (2018). Emerging evidence for cannabis’ role in opioid use disorder. Cannabis and cannabinoid research, 3(1), 179-189.
[2] Nielsen, S., Sabioni, P., Trigo, J. M., Ware, M. A., Betz-Stablein, B. D., Murnion, B., … & Le Foll, B. (2017). Opioid-sparing effect of cannabinoids: a systematic review and meta-analysis. Neuropsychopharmacology, 42(9), 1752-1765.
[3] Caldera, F. E. (2020). Medical cannibus as an alternative for opioids for chronic pain: A case report. SAGE Open Medical Case Reports, 8, 2050313X20907015.

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Schmerz

Schmerz ist ein Warnsystem des menschlichen Körpers, um uns auf Störungen und Probleme aufmerksam zu machen. Deshalb kann Schmerz eine Begleiterscheinung unterschiedlichster Krankheiten sein, z.B. bei Krebs, multipler Sklerose oder entzündlichen rheumatischen Erkrankungen. Eine Sonderform hiervon sind sogenannte „neuropathische Schmerzen“, worunter Schmerzen fallen die nach einer Schädigung somatosensorischer Nervenstrukturen im peripheren oder zentralen Nervensystem entstehen (u.a. bei HIV, Diabetes, Zytostatikabehandlungen). Diese Ursachen führen oft zu sogenanntem „chronischem Schmerz“, wovon die Rede ist wenn 

  • Schmerz 3 Monate nach der angemessenen Zeit der Wundheilung noch stets anhält, oder 
  • Schmerz mit einem chronisch pathologischen Prozess, der kontinuierlich Schmerzen verursacht, verbunden ist² 

Aus chronischem Schmerz folgt meist eine Zunahme von nozizeptiven (= „schmerzempfindlichen“) neuralen Netzen im zentralen Nervensystem. Wie bei so vielen Prozessen im menschlichen Körper scheint das Endocannabinoidsystem auch hier eine regulierende Wirkung zu zeigen, welche sich bemerkbar macht sobald das ECS diese modulierende  

In Hirnbereichen, welche direkt mit Schmerzverarbeitung in Verbindung gebracht werden (periaquäduktales Grau, Spinalganglien, periphere Enden afferenter Nervenbahnen) wurden hohe Zahlen von Cannabinoidrezeptoren gefunden. Deren analgetische Wirkung liegt in der Aktivierung von absteigenden, schmerzmodulierenden Nervenbahnen und in der Hemmung der Freisetzung von Neurotransmittern in nozizeptiven afferenten Nervenbahnen. Hierdurch werden effektiv die Schmerzsignale in Gehirnzentren und im Rückenmark reduziert und durch neuroprotektive und antiinflammatorische Wirkungen leichte Entzündungen gemildert³. 

Ein fehlgeleitetes Endocannabinoidsystem wird für unterschiedlichste Beschwerden als Ursache vermutet, wie zB. ein klinisches Endocannabinoiddefizit bei Fibromyalgie4


(2) Bonica JJ (2001) Bonica‘s management of pain. Lippincott Williams & Wilkins, Philadelphia
(3) Zhang J, Echeverry S, Lim TK, Lee SH, Shi XQ, Huang H (2015) Can modulating inflammatory response be a good strategy to treat neuropathic pain? CurrPharmaceut Design (21): 831–839
(4) Russo EB (2008) Clinical endocannabinoid deficiency (CECD): can this concept explain therapeutic benefits of cannabis in migraine, fibromyalgia, irritable bowel syndrome and other treatment-resistant conditions? Neuroendocrinol Lett (29): 192–200

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Tourette-Syndrom

Das Tourette-Syndrom (TS) ist eine neuropsychiatrische Erkrankung. Hauptsymptome sind motorische und vokale Ticks. Die Entstehung (Pathophysiologie) hinter dem Tourette-Syndrom ist nicht bekannt, doch meist Entsteht die Krankheit ab dem 7. Lebensjahr und ist in der Pubertät besonders stark ausgeprägt. In seltenen Fällen kann ab dem 25. Lebensjahr eine Rückbildung der Symptomatik zu einer Verbesserung der Krankheitslast führen. Mehrere Theorien sind entstanden welche versuchen, die Entstehung (Ätiologie) von TS zu erklären. Mögliche Ursachen von TS sind demnach: 

– Ungleichgewicht der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin 

– Mögliche Vererbbarkeit 

– Autoimmunerkrankung: Autoantikörper gegen Basalganglien im zentralen Nervensystem 

Die Hauptaufgabe des Endocannabinoidsystems liegt in der inhibitorischen Modulation von Neurotransmittersystemen. Da ein Großteil der Symptome von TS durch eine Fehlregulation dieser Neurotransmitter ausgelöst wird, liegt eine Rolle des ECS nahe. Cannabinoidrezeptor 1 ist mit hoher Prävalenz in den Basalganglien vorhanden, was einen Effekt auf motorische Funktionen hier nahelegt. 

[1] Tourette-Syndrom, DocCheck Flexikon
[2] Szejko, N., Jakubovski, E., & Müller-Vahl, K. (2018). Possible Role of the Endocannabinoid System in Tourette Syndrome. In Recent Advances in Cannabinoid Research. IntechOpen.

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Psychische Störungen

Unterschiedlichste psychische Störungen  haben in der heutigen, modernen Zeit eine hohe Prävalenz innerhalb der Bevölkerung. Vor allem in frühen Lebensphasen kommt es so zu unterschiedlichsten Veränderungen des Denkens, Fühlens oder Handelns.  

Die Ursachen für solche Einschränkungen können vielseitig sein: eine individuelle Entwicklungs-/Lerngeschichte, Umgebungsfaktoren sowie die individuelle (genetische) Prädisposition eines Menschen können gleichermaßen Effekte auf die psychische Gesundheit ausüben1. Auf neurobiologischer Ebene resultieren die unterschiedlichen Einflüsse in ein vielseitiges Wechselspiel zwischen Neurotransmitter- und Neuromodulatorsystemen. Unter anderem aufgrund dieser Vielseitigkeit sind Ätiologie und Pathophysiologie nicht immer eindeutig zu identifizieren, doch in den letzten Jahren vermehrten sich Hinweise auf eine Beteiligung des Endocannabinoidsystems an diesen Prozessen2,3,4.  

[1] Leweke FM, Koethe D (2008) Cannabis and psychiatric disorders: it is not only addiction. Addict Biol 13 (2): 264–275. doi: 10.1111/j.1369–1600.2008.00106.x
[2] Marco EM, Garcia-Gutierrez MS, Bermudez-Silva FJ, Moreira FA, Guimaraes F, Manzanares J, Viveros MP (2011) Endocannabinoid system and psychiatry: in search of a neurobiological basis for detrimental and potential therapeutic effects. Front Behav Neurosci 5: 63. doi: 10.3389/fnbeh.2011.00063
[3] Rubino T, Zamberletti E, Parolaro D (2015) Endocannabinoids and mental disorders. Handb Exp Pharmacol 231: 261–283. doi: 10.1007/978–3–319– 20825–1_9
[4] Schaefer C, Enning F, Mueller JK, Bumb JM, Rohleder C, Odorfer TM, Klosterkotter J, Hellmich M, Koethe D, Schmahl C, Bohus M, Leweke FM (2014) Fatty acid ethanolamide levels are altered in borderline personality and complex posttraumatic stress disorders. Eur Arch Psychiat Clin Neurosci 264 (5): 459–463. doi: 10.1007/s00406–013–0470–8

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Grüner Star

Grüner Star (oder auch: Glaukom) ist in Deutschland die zweithäufigste Ursache für Erblindungen1  und bezeichnet Augenerkrankungen verschiedener Ursachen, welche zu einer irreversiblen Schädigung des optischen Sehnervs (‚Nervus Opticus‘) und dem Verlust von retinalen Ganglienzellen führen. Eine klassische Form der Prävention ist die regelmäßige Messung des Augeninnendruckes. Obwohl keine direkte Kausalität zwischen Augeninnendruck und Verlust retinaler Ganglienzellen besteht, so verringert sich das Risiko einer weiteren Progression der Krankheit um 10% mit jeder Reduktion um 1mmHg des Augeninnendrucks².  

Auch im Augengewebe sind Rezeptoren des Endocannabinoidsystems zu finden, die beiden Endocannabinoide 2-AG und AEA sind, ausgenommen der Linse, im kompletten Auge zu finden³.  

Aktuelle Therapiemethoden fokussieren sich auf die Verringerung des Augeninnendrucks und Tier- sowie klinische Studien zeigen, dass Aktivierung des CB1 Rezeptors zu eben dieser Verringerung des Augeninnendrucks führt4.  


[1] RKI: GBE-Themenheft Blindheit und Sehbehinderung 2017
[2] Nucci, C., Bari, M., Spanò, A., Corasaniti, M., Bagetta, G., Maccarrone, M., & Morrone, L. A. (2008). Potential roles of (endo) cannabinoids in the treatment of glaucoma: from intraocular pressure control to neuroprotection. Progress in brain research, 173, 451-464.
[3] J.Chen,I.Matias,T.Dinhetal.,“Findingofendocannabinoids in human eye tissues: implications for glaucoma,” Biochemical and Biophysical Research Communications, vol. 330, no. 4, pp. 1062–1067,2005.
[4] Cairns, E. A., Baldridge, W. H., & Kelly, M. E. (2016). The endocannabinoid system as a therapeutic target in glaucoma. Neural plasticity, 2016.

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ADHS

ADHS äußert sich vor allem durch eine verringerte Konzentrationsfähigkeit, wobei eine Fehlfunktion des Dopaminsystems verursacht wird. Das Endocannabinoid- und Dopaminsystem beeinflussen sich gegenseitig. Tierstudien haben bewiesen, dass Dopamin eine regulierende Wirkung auf das Endocannabinoidsystem hat, und dass das Endocannabinoidsystem in ADHD Fällen dysreguliert ist1.  

Mausstudien zeigen eine Dysfunktion des Endocannabinoidsystems in Fällen von ADHD Mäusen, die unter ADHD leiden² und zeigen zudem, dass Dopamin eine entscheidende Rolle in der Regulierung des Endocannabinoidsystems spielt³. Dies legt die Vermutung nahe, dass eine wiederhergestellte CB1-Rezeptorfunktion eine effektive Therapieform für ADHS darstellen kann4

[1] American Psychiatric Association (2013). Diagnostic and statistical manual of mental disorders (5th ed.). doi:10.1176/appi.books.9780890425596
[2] Castelli, M., Federici, M., Rossi, S., De Chiara, V., Napolitano, F., Studer, V., . . . Centonze, D. (2011). Loss of striatal cannabinoid CB1 receptor function in attention‐deficit / hyperactivity disorder mice with point‐mutation of the dopamine transporter. European Journal of Neuroscience, 34. doi:10.1111/j.1460-9568.2011.07876.x
[3] Bracci, E. (2011). The endocannabinoid system misfires in ADHD mice (Commentary on Castelli et al.). European Journal of Neuroscience, 34. doi:10.1111/j.1460-9568.2011.07917.x
[4] Barchel, D., Stolar, O., De-Haan, T., Ziv-Baran, T., Saban, N., Fuchs, D. O., . . . Berkovitch, M. (2019). Oral cannabidiol use in children with autism spectrum disorder to treat related symptoms and co-morbidities. Frontiers in Pharmacology. doi:10.3389/fphar.2018.01521